Ökoeffiziente Printprodukte: Die Zeit dafür ist überreif und alles Notwendige zur Umsetzung vorhanden!

Printprodukte stehen schon verhältnismäßig lange im Öko-Fokus. Doch die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung wirft einmal mehr die Frage, wann die Potenziale für die Herstellung von ökoeffizienteren Printprodukten genutzt werden? 

Es ist an der Zeit mehr ökoeffiziente Printprodukte herzustellen

Durch die Fridays-for-Future-Bewegung sind wissenschaftliche Erkenntnisse, die seit mehr als drei Jahrzehnten vorhanden sind in aller Munde. Es gibt mittlerweile auch einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass es überfällig ist konkret und wirksam zu handeln. Dieses betrifft sowohl Regierungen, als auch Unternehmen und jeden einzelnen Bürger. Es geht also konkret darum, welchen Beitrag jeder für eine bessere Zukunft leisten kann, ohne auf staatliche Reglementierungen zu warten. Die Diskussion wird untermauert durch Studien der letzten Jahre, die ohnehin schon zu dem Ergebnis gekommen sind, dass zertifizierte und umweltfreundlich hergestellte Produkte im Allgemeinen eine hohe Marktrelevanz besitzen. Auch die Europawahlen 2019 haben den „grünen“ Parteien in Nord- und Westeuropa deutliche Zuwächse beschert. 

Bei der Betrachtung der Ökoeffizienz geht es im Kern darum, sowohl die CO2-Emissionen je Printprodukt als auch der Gesamtkampagne zu optimieren. Darüber hinaus gibt es neben CO2 weitere umweltrelevante Faktoren, die aber teilweise schwieriger zu ermitteln sind.

Ökoeffizienz ist kein reines Printthema

Vorab sei bemerkt, dass effektiver als jede Form der Verbesserung der Ökoeffizienz eines Produktes die Vermeidung ist. Denn alles, was erst gar nicht produziert, verarbeitet und transportiert wird, leistet den größten Beitrag für die Umwelt. Aber da sich viele Werbetreibende, Hersteller von Industriegütern und Verlage darin einig sind, dass Printprodukte einen wichtigen Bestandteil im Medienmix darstellen, beginnt der Optimierungsprozess bereits bei der Produktgestaltung, setzt sich fort bei der Herstellung und endet bei der Logistik.

Im Rahmen der Produktgestaltung werden die Grundlagen für die Ökoeffizienz gelegt

Es beginnt bei der Produktausstattung, in dessen Rahmen das Format, der Seitenumfang und die Veredelung festgelegt werden. Bei der Auflage ist zu berücksichtigen, wie diese optimiert werden kann. Dabei sind Streuverluste zu vermeiden und Fragen der Wirksamkeit und Response der Produkte, sowie deren Gebrauchstauglichkeit zu berücksichtigen. Denn Ökoeffizienz ist das Ergebnis aus dem wirtschaftlichen Wert eines Produktes, dividiert durch den Einfluss bzw. die Auswirkungen auf die Umwelt. So hat es der Wirtschaftsrat für die nachhaltige Entwicklung (World Business Council for Sustainable Development, kurz WBCSD) 1991 in die Wirtschaftswelt eingeführt. 

Der größte Hebel liegt in der Papierauswahl. Aspekte wie Papiergewicht und Papierqualität wirken am stärksten auf die spätere Ökoeffizienz. Für einzelne Gruppen von Papiersorten gibt es entsprechende CO2-Footprints, die die CO2-Emissionen je Gewichtseinheit abbilden. Wer ein differenzierteres Bild haben möchte, muss die Emissionen der einzelnen Papiersorte erfragen. Darüber hinaus gibt es verschiedenste Papier- und Produktzertifizierungen, die unterschiedliche Aspekte berücksichtigen, aber insgesamt einen guten Indikator für die Einhaltung von Umwelt- und anderen Standards darstellen. Diese sind zum Beispiel FSC, PEFC, Blauer Engel, EU oder Nordic Ecolabel. Aber auch die Verpackung der einzelnen Produkte oder der Verpackung zu Bunden sind zu berücksichtigen, besonders die zum Einsatz kommenden Materialien. 

Bei der Herstellung der Printprodukte sind Material- und Produktionseffizienz die entscheidenden Aspekte

Ob das gewählte Druckverfahren im Hinblick auf die Produktanforderung am geeignetsten ist, ist nicht unbedingt nur eine Frage des Preises. Die gängigsten Druckverfahren wie Bogenoffset, Cold- und Heatset-Rollenoffset, Tiefdruck sowie zunehmend der Digitaldruck haben ihre Stärken, aber sind im Hinblick auf die Umweltauswirkungen sehr differenziert zu betrachten. Zudem muss es Ziel sein, eine möglichst hohe Materialeffizienz zu erreichen. Das wird erreicht, wenn ein besonderer Fokus auf der Formatoptimierung liegt. Denn damit kann sichergestellt werden, dass das maschinenbedingte Papierformat auch maximal genutzt wird und damit das Verhältnis Netto-Brutto-Papiereinsatz möglichst hoch ist. 

Deutlich schwieriger ist die Beurteilung der Produktionseffizienz. Aspekte wie die eingesetzte Druckfarbe, andere Hilfsstoffe und Chemikalien, sowie der Energieeinsatz haben Einfluss auf die Produktionseffizienz. Für den notwendigen Papier- und Energieeinsatz können die meisten Druckdienstleister heute CO2-Emissionsmengen liefern. Aber auch hierbei sind Produktzertifizierungen wir Blauer Engel, EU oder Nordic Ecolabel und vorhandenen Managementsysteme des Druckdienstleisters wir EMAS-, ISO 14001- oder ISO 50001-Zertifizierungen wichtige Indikatoren für weiterführende Aspekte, die bei der Auswahl des geeigneten Partners zur Verbesserung der Ökoeffizienz helfen. Bei der Auswahl helfen zusätzlich Zertifikate über den Einsatz von Öko-Energie. 

Bei der Logistik sind Transportstrecken und die Verteillogistik ausschlaggebend

Bis das fertige Printprodukt seinen Empfänger erreicht, muss das Papier zum Druckdienstleister transportiert werden. Der wiederum liefert die Printprodukte an die Verteilstellen. Teilweise kommen noch weitere Verarbeiter und Dienstleister zu Einsatz. Die Kenntnis über die geografischen Lagen der Beteiligten ermöglicht eine Optimierung der Transportstrecken. Insbesondere regionale Lieferketten oder Stoffkreisläufe leisten einen positiven Beitrag zur Ökoeffizienz. Bei der postalischen Zustellung kann auf klimaneutralisierte Zustellformen zurückgegriffen werden. 

Eine wirklich klimaneutrale Printproduktion ist nicht möglich

Trotz aller Bemühungen ein optimales Printprodukt im Hinblick auf die Ökoeffizienz zu gestalten, herzustellen und zu verteilen, ist eine Produktion ohne das Entstehen von CO2-Emissionen nicht möglich. Um aber die negativen Auswirkungen der Printprodukte weiter reduzieren zu können, kann eine Klimaneutralisierung durch die Beteiligung von CO2-Ausgleichsprojekten hergestellt werden. Dabei werden sowohl die CO2-Emissionen der einzelnen Produktions- und Transportschritte mit Hilfe von CO2-Footprints ermittelt, als auch andere klimaschädliche Emissionen in CO2-Equivalente durch Umrechnung berücksichtigt. Auch hierbei stehen Projekte in unterschiedlichster Güte und Form zur Auswahl. Wer ein wirklich differenziertes Bild über die entstehenden Emissionen haben möchte, muss dieses im Rahmen der Planung und Ausschreibungen von vornherein berücksichtigen. 

Wird das Thema Ökoeffizienz von Anfang an berücksichtigt und mögliche Optimierungspotentiale genutzt, können deutlich ökoeffizientere Produkte hergestellt werden. Wichtig ist dabei, für die einzelnen Schritte die notwendige Transparenz herzustellen, um beurteilen zu können, welcher Schritt sich wie auf die Ökoeffizienz des Printproduktes und die gesamte Printkampagne auswirkt und welche Optimierungspotentiale dieser bietet. Wenn dieses mit dem notwendigen Fachwissen getan wird, werden nicht nur die Umweltauswirkungen reduziert, sondern kann hiermit auch noch eine Gesamtbudget-Optimierung mit einhergehen. 

Über MSM Media

Die MSM Media versteht sich seit ihrer Gründung als unabhängiger Full-Service-Anbieter. Angefangen von präzisen Analysen über die umfassende Unterstützung bei der Umsetzung – bis hin zu ergänzenden Follow-up Maßnahmen unterstützen wir Ihr Unternehmen bei der Realisation von Kosten- und Prozessoptimierung. Unsere Kunden profitieren insbesondere von unserer Branchenexpertise, der Unabhängigkeit von Lieferantenbeziehungen sowie unserer unternehmenseigenen Print-Management-Plattform Benchpool, durch die eine nachhaltige Optimierung Ihrer Beschaffungskosten ermöglicht wird.

Erfahren Sie mehr zu den Themen Digitalisierung im B2B Print und ökoeffizienter Printproduktion in unseren kostenlosen Benchpool Whitepaper.

Darüber hinaus ist kürzlich unser Artikel zum Thema „Weiter machen wie bisher ist im Printeinkauf keine Option“ erschienen. Dieser Artikel sowie das Whitepaper zur Ökoeffizienten Printproduktion sind in Zusammenarbeit mit Matthias Langenohl von EKG Elbhang Kooperation GmbH entstanden. 

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